FAQ: private Unfallversicherung
Pro Jahr ereignen sich in Deutschland ca. 9 Mio. Unfälle
(ca. 70 % Freizeit, 30 % Beruf).
Für wen ist eine private Unfallversicherung sinnvoll?
Für alle, die finanzielle Folgen eines schweren Unfalls abfedern möchten – besonders für Selbstständige, Familien, Personen mit risikoreichen Hobbys und alle, die sich nicht (nur) auf die gesetzliche Absicherung verlassen wollen.
Worin unterscheidet sie sich von der gesetzlichen Unfallversicherung?
Die gesetzliche sichert in der Regel nur Arbeits- und Wegeunfälle (sowie Berufskrankheiten) ab. Freizeitunfälle sind privat abzusichern.
Was gilt als „Unfall“?
Ein plötzliches, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, das eine Gesundheitsschädigung verursacht (z. B. Sturz, Schnitt, Kollision, Vergiftung durch plötzlich aufgenommene Stoffe). Viele Tarife erweitern den Begriff (z. B. für Eigenbewegung, Zerrungen).
Welche Leistungen gibt es typischerweise?
- Invaliditätskapital (einmalige Zahlung), häufig mit Progression
- Unfallrente (monatlich ab einer bestimmten Invaliditätsquote)
- Todesfallleistung
- Tagegelder (Krankenhaus-/Genesungsgeld)
- Kosmetische Operationen, Bergungs-/Rettungskosten, Reha-/Hilfsmittel, Haushaltshilfe/Assistance (tarifabhängig)
Gibt es Beispiele aus der Praxis?
- Sturz von der Leiter: Lähmung ab Becken – Reha-Kosten, Umbau des Hauses und Unfallrente/Invaliditätssumme halfen, finanzielle Einschnitte zu vermeiden.
- Fahrradunfall (Kind): Entstellende Narben – die private Unfallversicherung übernahm die kosmetische Operation, die die Krankenkasse nicht zahlte.
- Schwerer Autounfall: Rollstuhlgerecht umbauen (z. B. 40.000 € für Rampe/Türen/Treppenlift) und behindertengerechtes Fahrzeug (35.000 €). Ohne Unfallversicherung waren Ersparnisse schnell aufgebraucht.
- Lawinenunglück: Bei Tod konnten Beerdigungskosten über die Todesfallleistung abgedeckt werden.
Was bedeutet „Gliedertaxe“?
Sie legt fest, welche Invaliditätsgrade für den (teilweisen) Verlust oder die Funktionsunfähigkeit bestimmter Körperteile/Funktionen anzusetzen sind – und damit, welcher Prozentsatz der vereinbarten Summe ausgezahlt wird.
Was ist eine „Progression“ – und wie wirkt sie?
Die Progression verstärkt die Auszahlung bei hohen Invaliditätsgraden. Beispiel (Grundsumme 100.000 €; 50 % Invalidität durch Verlust eines Auges):
- ohne Progression: 50.000 €
- 300 % Progression: 100.000 €
- 500 % Progression: 150.000 €
Grundsatz: Je höher Invaliditätsgrad und Progression, desto höher die Leistung. (Progressionsverläufe können je Tarif abweichen.)
Wie finde ich die passende Höhe der Leistungen?
Die Grundsumme, die Progression und optionale Renten-/Tagegeld-Bausteine sollten zu Ihrer Lebenssituation (Einkommen, Immobilien, Familie) passen. Wir beraten Sie dazu individuell.
Invaliditätskapital oder Unfallrente – was passt besser?
- Kapital: gut für Umbauten, Schuldenabbau, einmalige Anschaffungen.
- Rente: laufender Einkommensersatz bei dauerhaften Folgen.
Oft ist eine Kombination sinnvoll.
Gilt der Schutz weltweit und 24/7?
In guten Tarifen: ja, weltweit, rund um die Uhr. Prüfen Sie ggf. Reisedauer-Limits oder Meldepflichten bei Auslandsaufenthalten.
Sind Zeckenbisse/Infektionen/Nahrungsmittelvergiftungen mitversichert?
Oft nur mit spezieller Klausel (Infektions- oder Zeckenklausel). Gute Tarife schließen das ein – Details variieren je Anbieter.
Deckt die Police meinen Beruf und meine Hobbys?
Meist ja, aber Beitrag und Annahme hängen von Berufs-/Risikoklasse und Sportarten ab (z. B. Klettern, Motorsport). Extremsport kann Zuschläge/Einschränkungen haben.
Gibt es Wartezeiten oder Gesundheitsfragen?
In der Regel keine Wartezeit. Gesundheitsfragen sind bei guten Tarifen üblich; sie müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden (vorvertragliche Anzeigepflicht).
Welche Ausschlüsse sind typisch?
Z. B. Vorsatz, Straftaten, Bewusstseinsstörungen (Alkohol/ Drogen), Kriegs-/Unruhereignisse, Psychische Reaktionen ohne Unfallursache. Details sind bedingungenabhängig.
Wie wird die Invalidität festgestellt?
Über ärztliches Gutachten und Gliedertaxe (Bewertungsskala für Körperteile/Funktionen). Eine Mitwirkung von Krankheiten/Gebrechen kann die Leistung quoteln.
Was heißt „Mitwirkung von Krankheiten und Gebrechen“?
Wenn eine Vorerkrankung die Unfallfolgen verstärkt, wird die Leistung anteilig gekürzt – je nach vertraglichem Mitwirkungsanteil (z. B. ab 25 %).
Wie melde ich den Schaden richtig?
Unverzüglich melden, Arztbericht beifügen, Formulare vollständig ausfüllen, Rechnungen/Berichte sammeln. Fristen im Vertrag beachten.
Welche Fristen sind wichtig?
Häufig muss die Invalidität innerhalb von 12 Monaten nach dem Unfall eingetreten und innerhalb von 15 Monaten ärztlich festgestellt/gemeldet sein (je Tarif!). Bitte in den Bedingungen prüfen.
Was kostet die private Unfallversicherung?
Hängt ab von Alter, Beruf, Leistungspaket, Invaliditätssumme/Progression, Tagegeldern und Risikofaktoren. Beiträge starten oft im zweistelligen Monatsbereich; hochwertige Pakete entsprechend höher.
Gibt es Besonderheiten für Kinder und Senioren?
- Kinder: häufige Unfälle, sinnvolle Bausteine: Rooming-in, Kosmetische OPs, Verbrennungen/Verätzungen, Infektionsklausel.
- Senioren: höhere Beiträge; wichtig sind Hilfsmittel, Unfallassistenz, Fraktur-/Gelenkleistungen.
Ersetzt die Unfallversicherung eine BU-Versicherung?
Nein. Die Unfallversicherung zahlt nur bei Unfallfolgen. Berufsunfähigkeit deckt auch Krankheiten ab. Beides kann sich sinnvoll ergänzen.
Kann ich kündigen oder wechseln?
Ja, meist zum Ende der Versicherungsperiode mit Frist (oft 3 Monate). Nach einem Schadenfall besteht häufig ein Sonderkündigungsrecht.
Wer findet den passenden Versicherungsschutz für mich?
Der Vorsorge-Spezi Versicherungsmakler aus Langenzenn.